Die Anfänge
Die Stadt Paris kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Das Pariser Becken war vor rund 40 Millionen Jahren ein relativ flaches Meer. Es ragten einige Hügel aus dem Meer, unter anderem der Montmartre, auf welchem sich heute die Sacré-Coeur befindet. Später bildete sich die Seine, und die ersten Menschen siedelten sich rund um den Fluss an. Bereits im Jahr 53 v. Chr. wurde die Stadt von Julius Cäsar schriftlich erwähnt. Die Siedlung trug damals noch den Namen Lutetia, und wurde vom Stamm der Parisii bewohnt. Diese hatten sich auf der Seine-Insel niedergelassen, denn das Umland war zu diesem Zeitpunkt noch sumpfig. Die römischen Truppen eroberten das Gebiet, überließen dem Stamm jedoch die größte Fläche der Seine-Insel. Die Römer ließen sich am linken Seine-Ufer an den Hängen nieder. Während des Römischen Reiches trug die Stadt den Namen Parisia, damals war sie jedoch relativ unbedeutend. Noch heute zeugen die Großen Thermen von Cluny von der Zeit der Römer. Auf dem Montmartre stand zur damaligen Zeit ein Tempel, welcher dem Gott Merkur geweiht war. Im 3. Jahrhundert zog das Christentum in Paris ein, und Gebäude, welche der Verherrlichung der römischen Götter dienten, wurden nach und nach abgerissen.
Die Germanen nahmen im Jahr 280 die Stadt ein, und ein Großteil wurde vom Feuer zerstört. Der heutige Name der Stadt, tauchte zum ersten Mal im Jahr 308 auf. Besondere Bedeutung erlangte Paris dann im 4. Jahrhundert, als sie wichtiger Militärstützpunkt war, um die Germanen am Vordringen ins Römische Reich zu hindern. Im Jahr 486 eroberten die Merowinger, unter der Führung von König Chlodwig, das nördliche Gallien und die Stadt Paris, so dass die Ära der Römer beendet war.
Zeit der großen Veränderungen
Chlodwig I ernannte Paris im Jahr 508 zur Hauptstadt des Fränkischen Reiches. Im Jahr 586 zerstörte ein mächtiger Brand den Großteil von Paris. Im Jahr 794 ernannte Karl der Große die Stadt Aachen zur Hauptstadt des Fränkischen Reiches. Im 9. Jahrhundert griffen die Wikinger öfter die Stadt an, bis sie letztendlich niedergebrannt wurde.
Im Jahr 1163 wurde mit dem Bau der berühmten Kirche Nôtre Dame begonnen. Im Hochmittelalter gab es zahlreiche Katastrophen wie Hungersnöte, Seuchen und Überschwemmungen, und dennoch blühte die Stadt auf. Philipp II veranlasste den Bau des Louvre, auf der Ile de la Cité entstand die Sainte-Chapelle. Ende des 13. Jahrhunderts siedelten sich die Tempelritter in Paris an, bis der Orden im Jahr 1312 aufgelöst wurde.
Ein Viertel der Einwohner wurde Mitte des 14. Jahrhunderts von einer Pestepidemie dahingerafft. Die nächsten 100 Jahre entwickelte sich Paris deshalb nicht weiter. Im Jahr 1418, während des Hundertjährigen Krieges, übernahmen die Burgunder die Herrschaft über die Stadt. Da die Burgunder mit den Engländern verbündet waren, wurde Heinrich VI von England im Jahr 1431 König von Frankreich. Die Burgunder gaben einige Zeit später das Bündnis mit den Engländern auf, so dass Heinrich VI den Thron wieder verlassen musste.
Das 16. Jahrhundert
Der Anfang des 16. Jahrhunderts war von zahlreichen Epidemien gekennzeichnet, welche die Einwohnerzahl wieder stark dezimierten. Franz I förderte die Entwicklung der Künste und der Kultur. Von den Gemälden, welche er nach Frankreich bringen ließ, sind auch heute noch zahlreiche Werke im Louvre zu bewundern. Zwischen 1562 und 1598 war Paris von den Hugenottenkriegen geprägt, wobei die berühmte Bartholomäusnacht im Jahr 1572, eine der traurigen Höhepunkte war. In dieser Nacht wurden zwischen 3.000 und 10.000 Menschen ermordert, denn die Katholiken behielten klar die Oberhand. Katharina von Medici hatte diese Anschläge veranlasst, nachdem ein Putschversuch gegen den Anführer der Hugenotten gescheitert war. Der berühmte Edikt von Nantes setzte den Hugenottenkriegen im Jahr 1598 ein Ende.
Einen Aufschwung erlebte Paris unter der Herrschaft von Ludwig XIII, der viele Stadtviertel errichten ließ. Während seiner Regierungszeit wurden auch der Palais du Luxembourg, das Val-de-Grâce und der Palais Royal gebaut. Die Architektur wurde unter der Regentschaft von Ludwig XIV noch prunkvoller, der Invalidendom und einige Plätze entstanden. Die Residenz des Königs wurde nach Versailles verlegt, und das kulturelle Leben in Paris wurde immer reichhaltiger.
Die Französische Revolution
Die Französische Revolution wurde im Jahr 1789, durch den Sturm auf die Bastille eingeläutet. Dem strengen Absolutismus sollte ein Ende gesetzt werden, und tatsächlich war Frankreich ab 1791 eine Monarchie. Ludwig XIV wurde im Jahr 1793 öffentlich auf dem heutigen Place de la Concorde hingerichtet. Napoleon Bonaparte machte während der Revolution von sich reden und wurde sogar zum Kaiser von Frankreich. Nachdem alliierte Truppen, unter Friedrich Wilhelm III und Zar Alexander I, im Jahr 1814 in Paris einfielen, musste Napoleon abdanken.
Ludwig Philipp wurde zum König von Frankreich, doch seine Politik gefiel den Bürgern mit der Zeit immer weniger. Das Volk wurde immer unzufriedener, so dass es im Jahr 1848 zur berühmten Februarrevolution kam, nach welcher der König abdankte und nach England floh. Nachdem die Republik ausgerufen war, kam es im Juni des Jahres erneut zu einem Aufstand, da die französischen Nationalwerkstätten geschlossen wurden. Die französische Armee musste die Revolution niederschlagen, wobei rund 3.000 Menschen starben und viele inhaftiert wurden.
Die Blütezeit
Unter Napolen III blühte Paris erneut auf, denn es wurden schöne Parks und große Boulevards angelegt. Im Jahr 1844 wurde die größte Befestigungsanlage der Welt errichtet. In den Jahren 1870 und 1871 tobte der Deutsch-Französische Krieg in der Stadt, Napoleon III musste abdanken, und die Dritte Republik wurde proklamiert. Die Pariser Kommune übernahm vorübergehend die Regierung, die Republikaner wurden abgesetzt. Die Pariser Kommune wurde später von der französischen Armee niedergeschlagen, wobei es rund 25.000 Tote gab.
Bis zum Jahr 1914 erlebte Paris erneut eine Blütezeit, die so genannte Belle Epoque. Zahlreiche Schriftsteller und Maler ließen sich in der Stadt nieder, sie wurde zum kulturellen Zentrum in Europa. In den Jahren 1900 und 1924 wurden die Olympischen Sommerspiele in der französischen Hauptstadt ausgetragen.
Der Zweite Weltkrieg
Paris wurde im Jahr 1940 von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Im Jahr 1942 wurden etwa 13.000 Juden gefangen genommen und in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Im Jahr 1944 kam es zur Schlacht um Paris, deutsche Kampfflieger bombardierten die Stadt. Dennoch wurde Paris weitgehend verschont, nach dem Krieg begann der Wiederaufbau. Im Jahr 1958 entstanden die ersten Bauwerke im modernen Vorort La Défense.